„Speaking about drowning“

 

2018

 

 

 

200m schwarze Wimpelketten, gebrauchter Messeteppich, 1000 Fotos in Format B1, 90 Fotos in Format A4, 2 Massagebälle,

Rubikwürfel, 6 MDF Platten aus einem IKEA Schrank, 2 Zeichnungen 300x150 cm - Kohlepapier auf Fabriano Papier,

in die Wand eingeritzte Ziffern

Ausstellungskonzept, Maße und Anordnung variabel

 

 

 

 

Vom Flur aus wird man von einem Bund schwarzer Wimpelketten in dem Raum hineingeführt. Links vom Eingang hängen 90 schwarzweiß Druckbögen, die eine Szene aus Hitchhocks „Psycho“ abbilden und diese als räumliches Ereignis behandeln. Die einzelnen Momente, aus denen die Szene besteht, bekommen einen objekthaften Charakter und sind von der strengen zeitlichen Abfolge des Films losgelöst. Durch die räumliche Anordnung zusammen mit dem Bilderstapel wird eine multiperspektivische Blickweise auf die Szene möglich und die Betrachtende werden selber als aktive Beteiligte gefordert sie neu zu konstruieren. Das Bild vom Stapel zeigt ein versinkendes Auto aus dem Film und ist zugleich selber vom Verschwinden unter der Teppichoberfläche bedroht, wenn die AusstellungsbesucherInnen die einzelnen Bilder mitgenommen haben.

 

Dem gegenüber, am anderen Ende des Raums, befindet sich ein Teppichstapel. Er ist zugleich eine weiche, bequeme Fläche zum Hinlegen, aber auch die Oberfläche, in der ein Rubikwürfel versenkt und damit in zwei Teile geteilt wurde. Die Frage nach der Grenze, die das Fallen von dem Versinken physikalisch und gedanklich trennt, spielt eine zentrale Rolle in den zwei Druckzeichnungen, die im Zentrum hängen. Sie stammen aus einer Turmsprungszene in Leni Riefenestahls „Olympia 1936“ und bilden eine Bildsequenz mit einer eigenen Gesetzlichkeit von Raum und Ursache.

 

In der Ausstellung untersuche ich bildnerisch, zusammen mit den BesucherInnen, wie der Blick in den Abrgund einer gemeinsamen Existenz und eine feierliche Erregung in Beziehung zueinander stehen und sich gegenseitig bedingen.