Der Satz „A healthy body is the capital of the revolution“, ein zentraler Slogan der chinesischen Kulturrevolution, ist zusammen mit der von mir aktualisierten Version „The healthy body is a capital of revolution“ in die Wand der Ausstellungsraum geritzt. Die Überarbeitung öffnet die propagandistische Phrase einerseits semantisch und entfernt sie von ihrem ursprünglichen Kontext. Gleichsam enttäuscht sie, denn auch hier lässt sich die manipulative Verwendung nicht verhindern. Die subtile Präsenz dieser beiden Sätze im Raum korrespondiert mit dem Titel der Arbeit, der die Slogans schlagwortartig zu einer reinen Projektionsfläche der politischen Unbestimmtheit reduziert.

Die Gegenstände in der Installation geben der Schwerkraft nach, sind gewaltsam verformt, stehen unter Spannung oder befinden sich in einem permanenten Modus der Bereitschaft. In ihrem Setting lassen sie einen bevorstehenden Ausbruch oder eine Entladung erwarten. Sie bestehen zum großen Teil aus gebrauchtem Sportzubehör, die auf die diskrepante Beziehung zwischen Körper und Gerät verweisen, in der sich die SubjektObjekt-Beziehung vertauscht.

In Anknüpfung an die poststrukturalistischen Überlegungen Brian Massumis betrachte ich den Körper mit seiner passiven und aktiven affektiven Eigenschaft als eine unerschöpfliche Quelle an Potentialität, wodurch er die Möglichkeit hat, z.B. mittels eines Wutausbruchs einer Situation einen unerwarteten Impuls zu geben und sie damit neu zu ordnen.

Das potentielle Outcome der Ausstellungssituation ist nicht genau vorauszusehen, aber klar ist: dies ist eine sechsteilige Installation, die es nicht mehr lange aushält.

Maße variabel, Sportzubehör, Stahl, Holz, Plexiglas, Klebeband, Linoleum, in die Wand eingeritzten Worte