Maße variabel, Gips, Stahl, Latex, Wäsche Klammern

Ältere Frauen, die ihre von Hand gehäkelten Tischdecken auf der Straße verkaufen – das war ein Alltagsbild in meiner Heimatstadt. Bis es eines Tages verschwand. Die einst begehrte Ware ist zur Rarität und das Handwerk zum Symbol für eine vergangene Zeit geworden. Das soziale Schicksal dieser Menschen und das ihres Handwerks stehen im Mittelpunkt meiner Untersuchung.

Den Drehpunkt der Installation stellen die Latexabformungen dreier solcher Tischdecken dar, die mit Wäscheklammern temporär auf Metallkonstruktionen fixiert sind. Durch ihre Farbe und Struktur erinnern sie stark an organisches Gewebe. Ihre Überlappungen und Faltungen überhöhen diesen Eindruck. Ihre jeweiligen Gegenstücke bilden die zu Gipsrosetten erstarrten Decken, die durch ihre Materialität auf einen architektonischen Formenkanon verweisen.

Die Unhaltbarkeit eines dualistischen Geschlechtermodells wird durch eine spielerische Arbeitsweise mit dem Material unterstrichen. Es ist also die Instabilität von Tradition, die sich in der Arbeit manifestiert. Sie stellt die Frage nach den neuen Formen und Strukturen, die die aussterbende patriarchalische Gesellschaft ersetzen.