EXKLUSIVE

2019

Eine Zusammenarbeit von J. Brinkmann und V. Petrov

Typographie: Marlen Kaufmann

grün gestrichene Wand, 150 Kartonhocker - dreiseitig bedruckt und einseitig verspiegelt, verspiegelte Fenster- und Türscheiben, PS3 Konsole, Beamer, iPad/Handy auf Stativ - ausgestatte mit der entsprechenden Greenscreen-Anwendung, Texte von J. Brinkmann und V. Petrov, Seite 278 des Buchs „Raumdramaturgie“ von Holger Knie* mehrfach vervielfältigt

Rauminstallation, Maße und Ordnung variabel

 

18:00 h, Flughafen Halle/Leipzig: Läuft man als (Flug-)Gast das Zentralterminal entlang, stößt der Blick kurz vor den Gates auf eine 10 m lange Wand. Sie besteht aus 150 Kartonhockern und teilt einen ca. 100 qm großen Raum. „NO MAN´S LAND“ steht großflächig auf einer Wandseite geschrieben. Die Buchstaben fügen sich mosaikhaft, typografisch und räumlich gebrochen, zu einem lesbaren Ganzen zusammen. Einige Kartonelemente fügen sich jedoch nicht in das Gesamtbild ein. Sie sind mit zwei Essaytexten von J. Brinkmann und V. Petrov bedruckt. Diese beiden Texte sind nicht linear angeordnet und fließen ineinander.

Die Kartonwand passierend, eröffnet sich als erstes der Blick auf eine 8 m lange, grün gestrichene Wand. In der Raumecke zum Fenster hängen Kopien einer Buchseite, die Abbildungen von Raumarchetypen zeigen. Wendet man der grünen Wand den Rücken zu, ist man gleichzeitig mit zwei Bildern konfrontiert. Zum einen zeigen die Kartonhocker aus dieser Perspektive eine Collage von Bildern unterschiedlicher Räume des Flughafens. Zum anderen leuchtet einem vor dieser Collage das Display eines Tablets an. Es zeigt ein bewegtes Live-Bild des Gastes, allerdings nicht vor einer grünen Wand, sondern inmitten einer barocken Kathedrale oder einer virtuellen Spielwelt. Auf die gewölbte Milchglaswand rechts vom Betrachter wird ein laufendes Computerspiel projiziert. Das Computerspiel ist auch auf der Rückseite dieser Glaswand zu sehen, die aus dieser Perspektive ein Spiegel ist.

Im Verlauf der Ausstellung wurden mit Hilfe der Kartonhocker neue Raumsituationen konstruiert. Damit wurde die Einheitlichkeit der auf die Kartons gedruckten Bilder dekonstruiert sowie eine neue Nutzung und ein neuer Blick auf die Umgebung provoziert. Die Arbeit macht den Begriff der Abgrenzung und seine sozialen, architektonischen und medialen Dimensionen durch subtile Blickverschiebungen spürbar und eröffnet einen potentiellen Handlungsraum.