300x150 cm

Kohlepapier auf Fabriano Papier

Das weiße Papier ist ein Raum von Möglichkeiten, strukturiert von jeder Entscheidungen, die sich dort unweigerlich einprägen. In meinen Zeichnungen setze ich bildnerische Fragmente nebeneinander und schaue sie mir vorsichtig an. Ich teile sie in kleinere und noch kleinere Stücke, zeige, sammle oder vergesse sie. Je fragmentarischer das Bild wird, desto deutlicher wird die Leere, die die Splitter umschließt. Die Leerstellen, die zwischen den einzelnen Entscheidungsmustern entstehen, bilden eine unsichtbare Armatur, die das Komplex stabilisiert und zugleich auseinanderhält, wie im Falle eines Moleküls oder eines Ameisennests.

 

Die Spannung zwischen Anziehen und Abstoßen bildet einen statisch ausbalancierten Raum. Dieser Raum zeichnet sich nicht in der Endgültigkeit seiner Architektur aus, sondern in der Eigenschaft Leere zuzulassen und damit einen Verhandlungsraum für Entscheidungen zu schaffen. Die Struktur eines solchen Raum gilt es immer wieder aufzulösen und neu aufzubauen.